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02.02.2012

Tiroler Industriekonjunktur: „Leichte Abschwächung, aber kein Absturz“

IV-Tirol Erhebung 4. Quartal 2011: Leichte Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik - unsicheres Umfeld mahnt zur Vorsicht

„Noch ist die konjunkturelle Schwächephase nicht ganz überwunden. Doch von einer dramatischen Entwicklung nach unten ist nicht die Rede. Eine nach wie vor solide Auftragslage, gute Exportgeschäfte und ein durchaus stabiler Beschäftigtenstand signalisieren Hoffnung für das laufende Jahr", skizziert der Tiroler Industriepräsident, Dr. Reinhard Schretter, die Stimmungslage der Industrie-Konjunktur.

 

Offen allerdings sind für die IV-Tirol noch viele Fragen: Bei der Budgetkonsolidierung, bei den Einsparpotenzialen oder der Zukunftsgestaltung von Bildung, Forschung, Infrastruktur. Greifbare Reformen fehlen noch immer.

 

Entsprechend deutlich sind die Appelle von Präsident Schretter auch an die Vernunft der Sozialpartner: „Sozial gerecht kann auf Dauer nur sein, wer soziale Leistungen zuvor erarbeitet und erwirtschaftet. Unternehmen haben im vergangenen Jahr etwa durch das kräftige Plus bei der Körperschaftssteuer wieder für einen markanten Steuerschub gesorgt. Für die Schuldenreduktion ist bei den Staatsausgaben anzusetzen, Österreich ist bereits ein Hochsteuerland."

 

 

Die Konjunktur-Ergebnisse im Detail

 

66 % der Tiroler Industrieunternehmen bezeichnen ihren Auftragsbestand als saisonüblich. 30 % melden einen guten Verlauf, 4 % bezeichnen die gegenwärtige Situation als schlecht. Dieser Indikator verschlechterte sich gegenüber dem 3. Quartal minimal und bekräftigt damit das Bild einer etwas gedämpfteren Auftrags- und Geschäftslage.

 

49 % beurteilen das Exportgeschäft als gut, 49 % als ausreichend. Nur 2 % kämpfen mit rückläufigen Auslandsaufträgen. Der exportbegünstigende Außenwert des Euro sorgt für einen guten Rückenwind, der vielen Unternehmen auf den Weltmärkten zugutekommt.

 

 

Erwartungen für die nächsten drei Monate

 

Nur mehr 9 % - das sind um 5 % weniger als im dritten Quartal - rechnen in den kommenden Monaten mit einem spürbaren Produktionszuwachs. 78 % gehen von einer gleich bleibenden Produktionstätigkeit aus, 13 % rechnen mit einer schwächeren Auslastung.

 

7 % der Befragten müssen ihre Verkaufspreise erhöhen, um ihre Kostensituation auszugleichen. Nicht in der Lage, ihre Preise für Produkte und Leistungen zu erhöhen, sehen sich 76 %. Teure Rohstoffe, Vormaterialien, Erdöl und Energie können bei weitem nicht in voller Höhe über die Produkt- bzw. Verkaufspreise weiter gegeben werden. Die Ertrags- und Gewinnmargen bleiben dadurch gedrückt. Die internationale Wettbewerbssituation erfordert von den Betrieben größte Anpassungsfähigkeit und Dynamik.

 

Die flaue Entwicklung und das unsichere Umfeld führen dazu, dass derzeit nur 4 % der Unternehmen eine Aufstockung ihres Beschäftigtenstandes planen: 82 % hoffen, ihren Mitarbeiterstand halten zu können. 14 % befürchten, ihren Personalstand reduzieren zu müssen. Zuletzt waren dies nur 6 %.

 

 

Die Prognose für das nächste halbe Jahr fällt im Vergleich zum 3. Quartal nicht viel besser aus: Nur 2 % erwarten eine „günstigere" Geschäftslage. 82 % rechnen mit einer gleichbleibenden Situation.


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