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[ 11.01.2012 ]

Industrie-Präsident Schretter beim Neujahrsempfang der Industriellenvereinigung Tirol 2012: „Vor uns liegt ein großer Berg von Aufgaben. Stellen wir uns den Herausforderungen.“

„Sichern wir ‚Triple-A‘ durch ‚Multiple-I‘: Initiative, Ideen, Innovation, Internationalisierung, Investition, Infrastruktur und Industrie“, formulierte der Tiroler Industriepräsident, Dr. Reinhard SCHRETTER, in seinem Statement beim traditionellen Neujahrsempfang der Industriellenvereinigung Tirol.

„Eine kluge Regierung sollte Strukturen durchleuchten und das Engagement noch mehr in Richtung Bildung, Forschung, Infrastruktur sowie Eroberung neuer Märkte lenken. Das würde Wachstum bringen, Wertschöpfung und Steuereinnahmen".

 

Viele Tiroler Industrieunternehmen haben sich bereits 2010 von der letzten Rezession erholt. 2011 setzte sich der positive Trend bei Produktionswert, Export und Beschäftigung fort. Rund 9,5 Milliarden Euro Umsatz und 41.000 Tiroler Industriemitarbeiter - das ist in der Tiroler Industriegeschichte absoluter Höchststand.

 

Viele Unternehmungen sind für weitere Expansions- und Akquisitionsvorhaben gerüstet, weil gezielt in die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, in Effizienzsteigerung, Forschung und Entwicklung, neue Produkte, verfahrenstechnische Optimierungen und auch in die Rohstoffsicherung investiert wurde. Die Unternehmen mit ihren Verantwortlichen und ihren Mitarbeitern sind die Motoren von Arbeit, Wohlstand und Fortschritt.

 

Bei den Staatsausgaben ansetzen

Präsident Schretter bedauerte, dass es für die Budgetkonsolidierung leider mehr Steuer-Ideen als Spar-Ziele gebe: „Bei den Ausgaben ist anzusetzen. Auch ein Unternehmen in Schieflage wird sich letztlich nur durch straffes Kostenmanagement und nicht durch Preiserhöhungen retten; es könnten ihm die Kunden abhandenkommen. Österreich ist bereits ein Hochsteuerland. Diejenigen, die für Wertschöpfung sorgen, einseitig abzustrafen, wäre grob fahrlässig. Die Gruppenbesteuerung schafft Arbeitsplätze durch Internationalisierung. Die Diskussion über eine mögliche Vermögenssteuer verunsichert längst schon den Mittelstand. Die Wiedereinführung einer Erbschaftssteuer gefährdet Betriebsübergaben und eine Erhöhung der Körperschaftssteuer lässt Investoren über andere Standorte nachdenken."

 

An den Euro glauben und Europa weiterbauen

"Es wird Zeit, dass sich diejenigen zu Wort melden, die den Sinn und Nutzen des Euro verteidigen", bezeichnete Präsident Schretter die europäische Währung als Grundpfeiler der ökonomischen und politischen Integration Europas.

 

Österreich als Teil eines Nord-Euro oder gar wieder mit Schilling? „Das wäre Beschäftigung und Zukunft kostender Unsinn", meinte Präsident Schretter und fügte hinzu: „Arbeiten wir daran, dass die großartigste politische Idee des 20. Jahrhunderts - ein zusammenrückendes friedliches Europa - mit Vernunft und Herz weiterentwickelt wird. Das 21. Jahrhundert darf diese Idee nicht zerstören".

  

Appell an Verantwortungsträger

"Nicht nur Unternehmer, auch politische Entscheidungsträger müssen Verantwortung leben. Die Ansprüche an die Qualität der Führungskräfte in Unternehmen und Politik sind groß. Klare Prinzipien, Courage und Anstand sollten uns alle leiten", wünschte sich Präsident Schretter und ergänzte: „Möge aber auch die Grenze zwischen vorwerfbar falschem politischem Handeln und überzogener, unsachlicher, häufig auch anonymer Kritik gezogen werden können. Sonst dürfen wir uns nicht wundern, dass immer weniger politisch Denkende und zu klugem Handeln Befähigte den Weg in eine politische Führungsaufgabe suchen."

 

Positionen für Tirol

Für 2012 formulierte Präsident Schretter folgende Positionen:

 

  • Tirol muss weiter zu einem Qualitätsstandort für innovative Unternehmen und zu einem Zentrum für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung ausgebaut werden;
  • Die Bemühungen zur zusätzlichen Wasserkraft müssen fortgesetzt werden; Stromverkauf bringt Einnahmen und Wertschöpfung für das Land. Der Brenner-Basistunnel als Teil einer internationalen Verkehrsverbindung muss umgesetzt werden. Die Multiplikatorwirkung von Planungs-, Bau- und Ausrüstungsinvestitionen ist enorm und wird leider völlig unterschätzt.
  • Tirol braucht gute Ingenieure, technisch versierte Fachkräfte und unternehmerisch denkende Persönlichkeiten. Eine internationale Schule, eine Chemie-HTL, ein Neubau für die Physik an der Leopold-Franzens-Universität sowie für das MCI sind die Vorschläge.
  • An die Sozialpartner: Die IV Tirol lädt die Arbeitsnehmervertreter zu einem konstruktiven Dialog über die industrielle Arbeitswelt in einem angespannten Staatswesen unter Beachtung ökonomischer und sozialer Gegebenheiten ein.




 



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