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13.12.2011

Forschungsarbeit „Dendritische Zellen gegen Krebs“ gewinnt Eduard-Wallnöfer-Preis 2011 - Anerkennungspreis für „Verklausung von Brücken“

In diesem Jahr vergab die Eduard-Wallnöfer-Stiftung der Tiroler Industrie mit Unterstützung der Stiftung Südtiroler Sparkasse einen Hauptpreis für „Forschungs- und Studienprojekte“ sowie einen Anerkennungspreis. Eingereicht wurden insgesamt 22 Arbeiten.

Der Stiftungsvorsitzende, Dr. Oswald MAYR, zeichnete die Preisträger in feierlichem Rahmen im Barocksaal des Hotel Europa aus, präsentierte den Jury-Bericht und erläuterte die Siegerprojekte im Beisein zahlreicher Ehrengäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sowie des Tiroler Industriepräsidenten Dr. Reinhard SCHRETTER.

  

Der Hauptpreis ist mit € 5.000,- dotiert, der Anerkennungspreis mit € 2.500,-.

  

Der Eduard-Wallnöfer-Preis für „Forschungs- und Studienprojekte 2011" ging an die beiden Naturwissenschafter Mag. biol. Georg Grünbacher und Oliver Nussbaumer, MSc, für das Projekt „Dendritische Zellen und ihre Bedeutung in der Impfstoffentwicklung gegen Krebs".

 

Die Preisträger - ein Süd- und ein Nordtiroler - beschäftigen sich mit der Entwicklung von Impfungen gegen Krebs, die auf so genannten Dendritischen Zellen basieren, welche als Wächterzellen des Immunsystems an allen Immunreaktionen des menschlichen Körpers - auch an jenen gegen Tumore - beteiligt sind. Ihre zentrale Aufgabe ist es, Bestandteile von Krankheitserregern oder Krebszellen aufzunehmen, zu verarbeiten und sie in einer charakteristischen und für die Killerzellen des Immunsystems erkennbaren Form zu repräsentieren.

 

Der Ansatz der Immuntherapieforschung in Innsbruck geht dahin, Dendritische Zellen so zu verändern, dass sie die Killerzellen im Patienten nicht nur aktivieren, sondern sie auch zielgerichtet auf Krebsherde und ihre Absiedlungen lenken. Die Erforschung der Dendritischen Zellen für die Immuntherapie zählt sicher zu den Besonderheiten des Innsbrucker Forschungsstandorts und soll spezifisch wirksame und dadurch verträgliche Therapieformen für Tiroler Patientinnen und Patienten bereit stellen. Ein Verfahren zur Herstellung von zellulären Immuntherapien gegen Krebs wurde von den beiden Preisträgern mitentwickelt und aktuell zum Patent angemeldet.

 

Forschungsergebnisse der Preisträger, die bereits in sehr angesehenen internationalen Fachjournalen publiziert wurden, zeigen, dass Chemotherapeutika Entzündungsreaktionen auslösen können, die über Dendritische Zellen das Immunsystem alarmieren. In kombinierten Ansätzen soll nun die Chemotherapie die Immuntherapie-induzierte Entstehung von Immunität gegenüber dem Tumor unterstützen. Viel Forschungsarbeit ist noch notwendig, um die Dosierung und zeitliche Koordinierung der beiden Therapieformen zu optimieren. Doch letztendlich könnten die Synergien dieser praktischen Partnerschaft, die man dabei erzielt, zu wirksameren und gleichzeitig verträglicheren Behandlungsformen führen.

 

Mag. biol. Georg Grünbacher und Oliver Nussbaumer, MSc, forschen als Doktoranden derzeit im K1 Zentrum Oncotyrol der Leopold Franzens Universität in Innsbruck und wickeln ihre Gruppenarbeit im angewandten Forschungszentrum für personalisierte Krebsmedizin ab.

 

Der Anerkennungspreis ging an DI Thomas Gschnitzer für die Forschungsarbeit „Numerische Modellierung einer Brückenverklausung".  An diesem Projekt sind auch DI Dr. techn. Bernhard Gems und Univ.-Prof. Dr. Ing. habil. Markus Aufleger mit beteiligt.

  

Die Gefahren bei Hochwasser im alpinen Raum, die auch vom Abfluss von Schwemmholz in Gebirgsflüssen ausgehen, sind bekannt. Sie sind auch Thema dieser Arbeit, die sich mit „Schwemmholz" und der „Verklausung von Brücken" auseinandersetzt.

 

Im Gerinne mitgeführtes Holz wird als Schwemmholz bezeichnet:  Man unterscheidet grob Totholz, Grünholz und Wirtschaftsholz. Wird diese Holzfracht zu Gerinneengstellen wie Brücken oder Schluchten transportiert, kann es zu einem Verhängen dieses Holzes kommen. Man spricht von einer Verklausung, wenn sich immer mehr Schwemmholz an dieser Stelle ansammelt.

 

Die dadurch ausgelöste Verminderung des Abflussquerschnitts verursacht den Auf- und Rückstau von Wasser. Dies kann dazu führen, dass der Fluss über seine Ufer tritt und das Vorland überschwemmt. Ein weiteres Gefahrenmoment bildet dabei ein plötzlicher Bruch der Verklausung mit der daraus resultierenden Schwallwelle.

 

DI Gschnitzer hat sich zum Ziel gesetzt, eine Methode zu entwickeln, verklauste Brücken im Sinne eines 3D-numerischen Modells nachzubilden, um Abläufe aus der Natur wirklichkeitsgetreu nachzustellen.

 

Gegenstand des Projekts ist eine Brücke im Ötztal in Tirol: Stellt sich im Zuge dieses Projektes heraus, dass angewendete Methoden geeignet und zweckmäßig sind, ist die Übertragung bzw. Anwendung jener Methoden auch auf andere neuralgische Brücken im Alpenraum vorstellbar.

 

Die „Eduard-Wallnöfer-Stiftung" war im Jahre 1978 das Geschenk der Tiroler Industrie zum 65. Geburtstag des legendären Landesvaters. Der Vorsitzende der Stiftung, Dr. Oswald MAYR, und ihr Geschäftsführer, Mag. Josef LETTENBICHLER, freuen sich über die hohe Qualität der ausgezeichneten Forschungsprojekte und sind von der Signalwirkung der Eduard-Wallnöfer-Stiftung überzeugt.

 

Dem Vorstand der „Eduard-Wallnöfer-Stiftung" gehören an: Ehrenpräsident Dr. Oswald MAYR (Vorsitzender des Stiftungsvorstandes), DI Dr. Heinrich SCHERFLER (1. Stellvertreter) sowie Dr. Eduard WALLNÖFER (2. Stellvertreter). Geschäftsführer ist Mag. Josef LETTENBICHLER.

 

Weitere Informationen zur „Eduard-Wallnöfer-Stiftung" finden Sie zudem auf der Homepage unter http://www.eduard-wallnoefer-preis.at/.

 


Fotos
v.l. Stiftungsvors. KR Dr. Oswald Mayr, DI Thomas Gschnitzer (Anerkennungspreisträger), Oliver Nussbaumer, MSc und Mag. biol. Georg Grünbacher (Preisträger „Forschungs- und Studienprojekte“) und IV Tirol Präs. Dr. Reinhard Schretter
v.l. Stiftungsvors. KR Dr. Oswald Mayr, DI Thomas Gschnitzer (Anerkennungspreisträger), Oliver Nussbaumer, MSc und Mag. biol. Georg Grünbacher (Preisträger „Forschungs- und Studienprojekte“) und IV Tirol Präs. Dr. Reinhard Schretter