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21.07.2011

Tiroler Industriekonjunktur: „Fortsetzung des Konsolidierungspfades“

Grundsätzlich optimistische Stimmung auch im 2. Quartal 2011: Internationale Störfaktoren und steigende Kosten als Vorboten für eine mögliche Abflachung - Betriebe setzen auf Flexibilität, festigen ihre Substanz und Marktposition.

„Tiroler Industriebetriebe schätzen die gegenwärtige konjunkturelle Entwicklung „gut" bis „steigend" ein. Mit einer zunehmenden Kapazitätsauslastung wächst auch die Investitionsneigung wieder. Viele Betriebe haben die vergangenen Monate genützt, um strukturelle Änderungen vorzunehmen. Die anhaltenden Erfolge auf den Weltmärkten liefern den Beweis, dass in der Krise - strategisch und operativ - richtig gehandelt wurde. Neue Produkte, Anlagen, Technologien und Prozesse führten viele Betriebe wieder auf Erfolgskurs. Die gegenwärtige Entwicklung stimmt optimistisch, wenngleich manche Bereiche etwas hinterher hinken. Die Phase der Konsolidierung setzt sich aber fort", analysiert der Tiroler Industriepräsident, Dr. Reinhard Schretter, die Tiroler Industriekonjunktur im zweiten Quartal 2011.  

 

Rasant und selbsttragend ist der Aufschwung allerdings noch nicht: Internationale Störfaktoren wie die Entwicklung der Rohstoffpreise - Baumwolle, Weizen, Zucker, Metalle und Öl - bzw. Zinserhöhung und Euro bergen eine Vielzahl von Risken. Europa darf sich nicht auseinander entwickeln. Der Wettbewerb liegt außerhalb: Unsere Industrie muss sich gegen die Mitbewerber USA und den asiatischen Raum durchsetzen.

 

Schlüssel dazu sind u.a. Investitionen in Ausbildung und Qualifikation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und die Intensivierung von Forschung und Entwicklung; hiezu hat die IV Tirol bekanntlich jüngst ein 8-Punkte-Programm vorgelegt.

 

Eine strategische Industriepolitik muss Wachstum und Wertschöpfung in Tirol und in Österreich absichern.

  

  

Die Ergebnisse im Detail

 

Bei den Auftragseingängen haben sich die Zahlen im zweiten Quartal spürbar nach oben verbessert: Nur je ein Prozent ist mit dem Status Quo unzufrieden. Alle übrigen können sich mit ihren Produkten auf den Märkten durchsetzen: international. Der Export ist Wachstums- und Konjunkturmotor zugleich.

 

37 %  - das sind um 7 Prozentpunkte mehr als im ersten Quartal - bezeichnen den aktuellen Auftragsbestand als gut, 62 % verfügen über saisonübliche Aufträge. 

 

An der Exportfront melden 55 % - im ersten Quartal waren es nur 46 % - besonders gute Ergebnisse. 44 % bezeichnen ihre Auslandsaufträge als saisonüblich beziehungsweise ausreichend.

 

 

Die nächsten drei Monate

 

Mit einer steigenden Produktionstätigkeit rechnen in den nächsten drei Monaten 23 % der befragten Unternehmen. „Etwa gleich bleiben" wird das Niveau bei 75 %, nur 2 % müssen die Produktion zurückfahren. Wie bereits im ersten Quartal signalisiert der Indikator auch mittelfristig eine breite Auslastung.

 

Die Hoffnung, ihre Verkaufspreise in den nächsten drei Monaten anheben zu können, hegen 19 % der Befragten. 65 % sehen sich nicht in der Lage, die Preise für ihre Produkte und Leistungen erhöhen zu können. Sie gehen von einer „etwa gleich bleibenden" Situation aus. Mit fallenden Preisen rechnen 16 %.

 

Der Beschäftigtenstand bleibt bei 84 % der Unternehmen unverändert. Viele Betriebe sind vorsichtig, ehe sie die Stammbelegschaft erhöhen. 16 % wollen aber dennoch neue Mitarbeiter einstellen. Dabei handelt es sich vorwiegend um gut qualifizierte Fachkräfte und technische Spezialisten. Sie werden für die Unternehmer immer wichtiger, gerade jetzt in einer Phase der Konsolidierung.

 

Beim Indikator „Geschäftslage in sechs Monaten" hält sich die Euphorie in Grenzen. Einige Unternehmen rechnen in der zweiten Jahreshälfte wieder mit einer leichten Abkühlung der Konjunktur.


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Präsident Dr. Reinhard Schretter
Präsident Dr. Reinhard Schretter