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31.01.2011

Tiroler Industriekonjunktur: Unterschiedliche Erholungsdynamik der Branchen

IV Tirol Erhebung 4. Quartal 2010: Differenzierte Prognosen prägen die Zukunftserwartungen der Betriebe - Optimismus gepaart mit Skepsis und Vorsicht macht sich breit

„Die Unternehmen wissen, dass in der Zukunft anspruchsvolle Herausforderungen anstehen. Systeme sind nicht wirklich stabil und können rasch ins Wanken geraten: Die Entwicklung der Rohstoffmärkte, Energiepreise, Unsicherheiten bei den Währungen Euro und Dollar sowie die Verschuldung europäischer Staatshaushalte fordern heraus", skizziert der Tiroler Industriepräsident, Dr. Reinhard Schretter, die Stimmungslage der Industrie-Konjunktur im vierten Quartal 2010.

  

Viele Unternehmen sind optimistisch, rechnen aber mit einer geringeren Erholungsdynamik. Der Baubereich, die Nahrungs- und Genussmittelindustrie oder auch andere Sektoren agieren mit großer Vorsicht. Sämtliche Indikatoren vom Auftragsbestand bis hin zur Produktionstätigkeit und Beschäftigung drücken zwar Zuversicht aus, doch die aktuellen Ergebnisse sind nicht frei von Sorge und Skepsis.

  

„Für große Investitionen der Betriebe vor Ort benötigt es weiterhin Vertrauen in die Planbarkeit und die Stabilität rechtlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Zu viele Fragen sind offen - im Zuge der Budgetkonsolidierung, bei den Einsparpotenzialen oder der Zukunftsgestaltung bei Bildung, Forschung und Entwicklung sowie Infrastruktur", wünscht sich Präsident Schretter ein Jahr greifbarer Reformen.

  

 

Die Ergebnisse im Detail:

65 % der Tiroler Industrieunternehmen bezeichnen ihren Auftragsbestand als saisonüblich. 33 % melden einen guten Verlauf, 2 % bezeichnen die gegenwärtige Situation als schlecht.

 

49 % beurteilen das Exportgeschäft als gut, 50 % als ausreichend. Dieser Indikator verschlechterte sich gegenüber dem 3. Quartal und bekräftigt damit das Bild einer etwas gedämpfteren Auftrags- und Geschäftslage.

 

 

Die Erwartungen für die nächsten 3 Monate:

 

Nur mehr 3 % - das sind um zwei Drittel weniger als noch im dritten Quartal - rechnen in den nächsten Monaten mit einem spürbaren Produktionszuwachs. 96 % gehen von einer gleich bleibenden Produktionstätigkeit aus, 1 % rechnet damit, die Produktion zurücknehmen zu müssen.

 

25 % der Tiroler Industriebetriebe müssen ihre Verkaufspreise erhöhen, um ihre Kostensituation auszugleichen. Die internationale Wettbewerbssituation, eine sinkende Ertragslage sowie steigende Rohstoff- und Energiepreise erfordern von den Betrieben größte Anpassungsfähigkeit und Dynamik.

 

Diese Herausforderungen führen dazu, dass derzeit nur 3 % der Unternehmen eine Aufstockung ihres Beschäftigtenstandes planen: 87 % der befragten Betriebe hoffen, ihren Mitarbeiterstand halten zu können. 10 % befürchten, ihren Personalstand reduzieren zu müssen. Zuletzt waren dies noch 2 %. Doch dies betrifft lediglich die natürlichen Abgänge, die gegenwärtig nicht nachbesetzt werden. Insgesamt aber ist und bleibt die Tiroler Industrie ein verläßlicher Arbeitgeber.

 

 

Die Prognose für das nächste halbe Jahr fällt im Vergleich zum 3. Quartal auch nicht besser aus: Nur 3 % erwarten eine „günstigere" Geschäftslage. 95 % rechnen mit einer gleichbleibenden Situation.


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