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[ 14.07.2010 ]

Tiroler Industriekonjunktur – II. Quartal 2010: „Vermehrt positive Signale - gerade jetzt keine neuen Belastungen!“

Optimistischer als im ersten Quartal 2010 zeigt sich die Tiroler Industrie in der jüngsten Konjunkturerhebung der Industriellenvereinigung Tirol.

„Die Betriebe beurteilen die Entwicklung etwas besser als noch vor 3 Monaten. Ihre Zukunftserwartungen allerdings sind geprägt von Unsicherheit und vorsichtigem Optimismus. Gegenwärtig reichen die Positiv-Meldungen von einer guten Auftragslage über eine stärkere Nachfrage aus dem Ausland bis hin zu einer stabileren Produktionstätigkeit. In einigen Betrieben und Branchen jedoch ist die Entspannung noch lange nicht abgesichert", präsentiert der Tiroler Industriepräsident Dr. Reinhard SCHRETTER die Ergebnisse des zweiten Quartals.

 

Viele Unternehmen haben die Kurzarbeit bereits beendet, einige lassen sie auslaufen. Durch dieses Modell konnten viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. Doch nach wie vor überwiegt Vorsicht, eine nachhaltige positive Entwicklung können wir für die Tiroler Industrie nicht erkennen. „Die kurzfristige Auftragslage verlangt von den Betrieben ein Höchstmaß an Flexibilität in allen Bereichen - auch bei den Arbeitszeiten. Nur mit flexibleren Arbeitszeiten können die immer stärker werdenden Auftragsschwankungen bewältigt werden," so der Tiroler Industriepräsident.

 

„Immer mehr Wirtschaftstreibende fordern von der Politik mit Recht mehr Mut zu Reformen ein: bei der Verwaltung, im Gesundheitsbereich und bei den Pensionen. In diesen Bereichen gibt es Sparpotenziale, um den Staatshaushalt über Ausgaben und nicht über neue Steuern zu sanieren. Gerade jetzt brauchen wir keine neuen Belastungen für unsere Betriebe. Der beginnende leichte Aufschwung würde so im Kein erstickt, das Wachstum abgewürgt und die Beschäftigung nicht gesteigert werden," appelliert SCHRETTER an die Politik.

 

Die Ergebnisse im Detail

 

Bei den Auftragseingängen haben sich die Zahlen nach oben verbessert - sowohl im Inland als auch im Ausland. 29 % - das sind um 21 Prozentpunkte mehr als im ersten Quartal - bezeichnen den aktuellen Auftragsbestand als gut, 70 % verfügen über saisonübliche Aufträge.

 

An der Exportfront melden 38 % besonders gute Ergebnisse. 59 % bezeichnen ihre Auslandsaufträge als saisonüblich beziehungsweise ausreichend. Nur 3 % sind mit dem Status Quo unzufrieden.

 

Die nächsten drei Monate

 

Mit einer stabilen Produktionstätigkeit rechnen in den nächsten drei Monaten 20 % der befragten Unternehmen. „Etwa gleich bleiben" wird das Niveau bei 79 %, nur 1 % muss die Produktion zurückfahren. Bei diesem Indikator hat sich gegenüber dem ersten Quartal nahezu nichts verändert.

 

Die Hoffnung, ihre Verkaufspreise in den nächsten drei Monaten anheben zu können, hegen 9 % der Befragten. 75 % sehen sich nicht in der Lage, ihre Preise für ihre Produkte und Leistungen erhöhen zu können: Sie gehen von einer „etwa gleich bleibenden" Lage aus. Mit fallenden Preisen rechnen 16 %.

 

Der Beschäftigtenstand bleibt bei 78 % der befragten Betriebe unverändert. Viele Betriebe sind noch sehr vorsichtig, ehe sie die Stammbelegschaft erhöhen. 15 % wollen aber dennoch neue Mitarbeiter einstellen, 7 % natürliche Abgänge nicht ersetzen.

 

Beim Indikator „Geschäftslage in sechs Monaten" hält sich die Euphorie in Grenzen. Einige Unternehmen rechnen in der zweiten Jahreshälfte wieder mit einer leichten Abkühlung der Konjunktur.








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