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[ 21.05.2010 ]
Junge Wirtschaft, Junge Industrie und Jungbauern diskutierten am Sparkassenplatz über die Zukunft Tirols!Unter dem Motto „Public Couching“ diskutierten am Donnerstag 20.05.2010 auf dem Innsbrucker Sparkassenplatz die drei unternehmerischen Jugendorganisationen mit hochkarätigen Podiumsgästen über die Zukunft Tirols.Trotz kühler Temperaturen entfachte sich eine teils lebhaft geführte Diskussion zwischen Podiumsgästen und Publikum. Der Bogen spannte sich vom gerechten Preis für heimische Agrarprodukte bis hin zum tiefgehenden Diskurs über philosophische Ansätze des Gelehrten Descartes. Allein die Vielfalt zeigte: Einen einzig richtigen Weg, wohin Tirol die nächsten Jahre gehen soll, gibt es offenbar nicht. In der Vielfalt steckt viel mehr die Kraft. Das zeigte gerade auch das im Bundesländervergleich gute Abschneiden von Tirol in Zeiten der Krise. Die Vielfalt der Wirtschaftsbereiche im Land hat ein größeres Debakel verhindert.
Klaus Ennemoser vom gleichnamigen Tourismusberatungsunternehmen brachte etwa die Entstehungsgeschichte des Tiroler Tourismus auf den Punkt: „Damals vor rund 60 Jahren hat es keine vorgegebene Landes-Strategie gegeben, um speziell den Tourismus aufzubauen. Der Tourismus ist uns einfach passiert." Im weiteren Verlauf regte er die Schaffung eines Wissenschaftsparks nach dem Vorbild von Sophia Antipolis in Südfrankreich bzw. dem besser bekannten Silikon Valley in den USA an: „Wir haben schon sehr viel touristische und wissenschaftliche Infrastruktur hier, wir brauchen das nur noch verbinden."
Im Mut zum Handeln sah Markus Dax, Vorsitzender der Jungen Industrie, in der Folge die Zukunft. Dax forderte, dass wir uns mehr trauen, mehr tun und offen sind für unser Umfeld. „Tirol muss für Forschungs- und Bildungseinrichtungen ein interessanter Standort sein, um „Kapazunder" nach Tirol zu bekommen und unserer Jugend die besten Chancen zu bieten. Solcherart aufgerüstet haben wir alle und insbesondere die heimischen Unternehmen die richtige Basis, um im internationalen Wettbewerb zu punkten. Dieser wird nicht leichter, vor allem wenn man schaut, welche Entwicklung China und Indien hinlegen."
Markus Gwiggner, Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft ergänzte, wie wichtig Kreativität ist und sein wird: „Wir Tiroler können besonders durch Kreativität einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für uns gewinnen. Das beste Rezept, um erfolgreich zu sein ist, dass wir unsere Zukunft selbst gestalten. Tirol müsse ebenso wie Europa insgesamt rennen, um nicht von der zunehmenden Dynamik Asiens überrannt zu werden.
Kathrin Kaltenhauser, Landesleiterin der Jungbauern, sieht die Zukunft Tirol in seiner Herkunft. Sie ist überzeugt, dass wir uns wieder stärker auf Tirols Herkunft besinnen und die Chance nutzen sollen, ein Feinkostladen in Europa zu werden. „Wir haben hervorragende Produkte und sollten es schaffen, für diese auch einen angemessenen Preis zu bekommen. Und wenn ich in meinen Reihen schaue, bin ich optimistisch: Die Jugend hat Ehrgeiz und Tatendrang."
In das selbe Horn stieß Wendelin Juen, Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol, und bekräftigte, dass gerade die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus noch viel Potential habe. „Es benötigt einen beständigen Dialog zwischen diesen Wirtschaftsbereichen. Sie hängen voneinander ab. Deshalb sind wir sehr aktiv, um regionale Produkte auch in der Region in den Markt bzw. in die Hotellerie zu bringen."
„Der Raum in Tirol ist ein endliches Gut" so Architekt Michael Prachensky und deshalb ist die Raumordnung eine der großen Herausforderungen des Landes. Im weiteren sieht er die großen Herausforderungen in den Bereichen Verkehr und Energie. „Mit dem Talpino-Konzept hätten wir eine alternative Transportlösung zu bestehenden Systemen. Und das Thema Energie wird uns noch intensiv beschäftigen. Neben alternativer Energieerzeugung sehe ich etwa ganz neue Bauprodukte auf uns zu kommen, die uns helfen werden, diese kostbare Energie auch zu sparen."
Der Physiker Rudolf Grimm sieht die Zukunft ebenfalls in hochwertiger Ausbildung. Tirol muss ein qualitativ hochwertiger Standort sein, der für Wissenschaftler interessant ist. Innsbruck soll nicht primär als ehemalige Olympia- und Tourismusstadt wahrgenommen werden, sondern auch als weltoffene Universitätsstadt Beachtung finden. „Neben dem hervorragenden wissenschaftlichen Umfeld hat mich gerade die schöne Naturlandschaft Tirols und das vielfältige Aktivitätsangebot dazu bewogen, mit meiner ganzen Familie hierher zu kommen." [ IV Tirol ]
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