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[ 20.04.2010 ]

Tiroler Industriekonjunktur: Erholungstrend lässt hoffen

In der Konjunkturerhebung der Industriellenvereinigung Tirol im ersten Quartal 2010 überwiegt ein moderater Hoffnungsschimmer. Doch nach wie vor schwer lasten die Rückschläge des Krisenjahres 2009 auf vielen Industrieunternehmen.

„Mittel- und langfristig benötigen die Unternehmen wieder spürbares Wachstum, um die markanten Einbrüche auszugleichen. Nicht in allen Branchen, doch bei manchen Betrieben macht sich positivere Stimmung breit. Geschäfts- und Auftragslage werden besser als vor drei Monaten beurteilt. Damit setzt sich der Trend einer leichten - allerdings noch lange nicht nachhaltigen - Erholung fort", analysiert der Tiroler Industriepräsident Dr. Reinhard Schretter die jüngsten Konjunkturdaten.

 

„Erfreulich ist, dass die Ausweitung der Produktion auch auf den Arbeitsmarkt ausstrahlt. Die Unsicherheit über die künftige Entwicklung unterstreicht jedoch einmal mehr, dass der Arbeitsmarkt mehr Flexibilität braucht. Leider sind die Verhandlungen über flexiblere Arbeitszeiten in der Metallindustrie gescheitert. Mitarbeiter wie Unternehmer müssen der Zukunft mit mehr Flexibilität begegnen können, andere Ansichten verkennen die Realität", so der Tenor aus der IV Tirol an die Adressen der Arbeitnehmer-Vertretungen.

 

Präsident Schretter: „Die Aufarbeitung des Krisenjahres 2009 und die Herausforderungen im 1. Halbjahr 2010 bündeln die gesamten Kräfte der Tiroler Industrie. Zusätzliche Belastungen würden die heimischen Unternehmen in ihrer Konkurrenzfähigkeit einschränken und gegenüber ihren weltweiten Mitbewerbern schwächen. Die Politik ist daher gut beraten, dies bei der Budgetkonsolidierung zu berücksichtigen und den Staatshaushalt über Ausgaben und nicht über neue Steuern zu sanieren."

 

Die Ergebnisse im Detail

 

Der vorsichtige Optimismus leitet sich zunächst von der Auftragslage ab: von den Bestellungen im Inland und von den Warenausfuhren. Sie erreichen im ersten Quartal 2010 ein wiederholt stabiles Niveau.

 

8 % der Tiroler Industrieunternehmen bezeichnen ihren Auftragsstand als gut. 90 % verfügen über saisonübliche Aufträge. Nur 2 % der befragten Unternehmen klagen über eine schlechte Auftragslage.

 

Ähnlich die Exportentwicklung: 23 % befinden - so wie im vorhergehenden Quartal - die Auslandsaufträge für gut, 73 % für ausreichend. Nur 4 % sind mit den Exportaufträgen unzufrieden.

 

Die nächsten drei Monate

 

20 % der Befragten rechnen in den nächsten drei Monaten mit einem spürbaren Produktionszuwachs. Im vierten Quartal 2009 waren dies 18 %. „Etwa gleich bleiben" wird die Produktionstätigkeit bei 78 %. Nur 2 % müssen ihre Produktion zurückfahren.

 

Während lediglich 1 % Preiserhöhungen bei ihren Kunden durchsetzen kann, sehen sich 81 % der befragten Tiroler Industrieunternehmen nicht in der Lage, ihre Verkaufspreise zu erhöhen. 18 % sehen sich sogar zu Reduktionen gezwungen

 

Erfreulich ist, dass die Stabilisierung der Produktionstätigkeit auch auf den Mitarbeiterstand ausstrahlt. So rechnen in der jüngsten Erhebung immerhin 17 % der Unternehmen - das sind um 13 % mehr als im letzten Quartal - damit, ihren Beschäftigtenstand aufstocken zu können. 74 % wollen ihren Personalstand unverändert lassen, 9 % natürliche Abgänge nicht mehr nachbesetzen.








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