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28.02.2008

Tiroler Industrie: Vorreiter beim Umweltschutz

Über 120 Teilnehmer besuchten das Tiroler Industrie-Gespräch mit Bundesminister Josef Pröll im Grand Hotel Europa in Innsbruck.

Neben zahlreichen Unternehmerpersönlichkeiten interessierten sich auch die Landesräte Dr. Elisabeth Zanon, Dr. Anna Hosp und Mag. Hannes Bodner sowie die Vizepräsidentin des Tiroler Landtages Dr. Eva Posch für das aktuelle Thema „Industrie und Umweltschutz: Widerspruch oder Chance?"

 

Im Gespräch mit Moderator Robert Unterweger erläuterte der Tiroler Industriepräsident, Dr. Oswald Mayr, die Standpunkte der Tiroler Industrie zur aktuellen Umweltpolitik: Kopfzerbrechen bereite das aktuelle Klima- und Energiepaket der EU Kommission, weil es viele Betriebe mit ihren großen Umwelt-Vorleistungen vor extreme Herausforderungen stellt.

 

Klimaschutz-Vorgaben für die Zeit nach 2012 zu formulieren, ohne dabei die größten Länder und Verschmutzer der Welt mit einzubeziehen, werde das Endergebnis wenig beeinflussen. Es mache wenig Sinn, die heimischen Betriebe ins Ausland zu drängen und die dort erzeugten Produkte - ohne Klimaschutzvorgaben - über Umwege wieder zum Konsumenten zu transportieren, so der Tenor aus der Tiroler Industrie.

 

Gezielte Investitionen in umweltfreundliche Produktion

 

Die Tiroler Industrie hat sich sehr angestrengt, die Umweltqualität Tirols spürbar zu verbessern. Mehr als 800 Mio. Euro hat sie in den vergangenen 10 Jahren in umweltfreundliche Produktionsprozesse investiert.

 

Die Bundesländer-Schadstoffinventur des Umweltbundesamtes hat bestätigt, dass Tirols Industrieunternehmen ihre Emissionen von 1990-2004 um 12 % senken konnten und damit im österreichischen Spitzenfeld liegen.

 

Zwei Studien des Institutes für Industrielle Ökologie bestätigen dazu, dass die Tiroler Industrie mit den Ressourcen des Landes besonders sorgfältig umgeht:

 

  • die verbesserte Luftqualität wurde von der „Emissionsbilanz der Tiroler Industrie" untermauert und
  • die gelungene Entkoppelung von Produktion und Energieverbrauch kann in der „Energiebilanz der Tiroler Industrie" nachgelesen werden.

 

So hat beispielsweise der Energieverbrauch in der Tiroler Industrie seit dem Jahr 2000 nur um 17 % zugenommen, während der Produktionswert im selben Zeitabschnitt um 47 % gestiegen ist.

 

Im untersuchten Zeitraum stieg zwar auch der Energieeinsatz in der Industrie, jedoch fiel der Anstieg bei den Haushalten mit 25 % und beim Verkehr sogar um 30 % deutlich höher aus.

  

Industrie und Umweltschutz sind keine Gegensätze

 

Minister Pröll verwies in seinen Ausführungen auch auf die Vielzahl von Umwelttechnologie-Unternehmen in Österreich: Derzeit beschäftigen 330 Firmen 17.000 Mitarbeiter und erwirtschaften pro Jahr 4,8 Milliarden Euro. „In diesem Bereich liegt noch ein enormes Potenzial. Wir haben zwölf neue Mitgliedsländer, die die Umweltstandards ebenfalls auf Punkt und Beistrich einhalten müssen. Da liegt ein Potenzial von 130 Milliarden Euro direkt vor unserer Haustüre", so der Umweltminister.

 

Zur Einhaltung der Kyoto-Ziele erklärte Pröll: „Wir liegen nicht so schlecht, wie immer dargestellt wird!" Er verwies zum Beispiel auf den Tanktourismus, der ein Dirttel des Österreich zugerechneten CO2-Ausstoßes

ausmacht. Die größten CO2-Verursacher sind übrigens mit 50 Prozent die Autofahrer, die Fahrten unter fünf Kilometer zurücklegen. Ein großes Einsparungspotenzial gibt es auch noch beim Thema Wohnen: Viel Energie geht nach wie vor über schlecht gedämmte Bauten verloren!"


Fotos
Das Präsidium der IV Tirol mit Bundesminister Josef Pröll (Bildmitte): Reinhard Schretter, Hilde Schwarzkopf, Präs. Oswald Mayr und IV-GF Josef Lettenbichler
Das Präsidium der IV Tirol mit Bundesminister Josef Pröll (Bildmitte): Reinhard Schretter, Hilde Schwarzkopf, Präs. Oswald Mayr und IV-GF Josef Lettenbichler